Tommy

Tommy

Tommy (OT: Tommy); Regie: Ken Russell; Großbritannien, 1975.

Darsteller:
Oliver Reed (Frank Hobbs), Ann-Margret (Nora Walker Hobbs), Roger Daltrey (Tommy Walker), Elton John (Local Lad), Eric Clapton (The Preacher), John Entwistle (er selbst), Keith Moon (Uncle Ernie), Paul Nicholas (Cousin Kevin), Jack Nicholson (The Specialist), Robert Powell (Captain Walker), Pete Townshend (er selbst), Tina Turner (The Acid Queen), Arthur Brown (The Priest), Victoria Russell (Sally Simpson) …

Inhalt:
Der kleine Tommy muss mitansehen, wie sein verschollen geglaubter Vater überraschend zurückkehrt und vom Geliebten seiner Mutter Nora Walker erschlagen wird. Der Schock macht ihn taub, stumm und blind. Die Rockoper beschreibt verschiedene Versuche der Heilung, doch alle scheitern. Doch dann entdeckt der nunmehr erwachsene Tommy sein unglaubliches Talent zum Flippern und avanciert als Flipper-Weltmeister, nachdem er den amtierenden „Pinball Wizard“ (Elton John) geschlagen hat, zum Idol. Sein Stiefvater vermarktet den neuen Ruhm in einem absurden Tommy-Camp, doch die Stimmung der Fans dreht sich und richtet sich gegen den neuen Messias …

Kritik:
Eine überdrehte, phantastische Rock-Oper, von Exzentriker Ken Russell in schrille, bunte Bilder gekleidet, die den Geist der 70er atmen. „Tommy“ lebt natürlich durch die zeitlosen Songs von The Who, Songs wie „Pinball Wizard“ oder „We’re not gonna take it“ sind längst auch außerhalb des Filmkontexts zu Rock-Klassikern gereift.

Sehenswert ist das riesige Staraufgebot, wann sieht man schon Rockstars wie Roger Daltrey, Elton John, Eric Clapton und Tina Turner Seite an Seite mit Filmstars wie Oliver Reed, Ann-Margret oder Jack Nicholson? Der Film lebt ganz von seinen Songs und entsprechend ist auch der formale Aufbau, jedem Song ist eine Episode zugeordnet et vice versa: das traumatische Kindheitserlebnis, Tommy im Camp, seine fragwürdigen Erfahrungen mit sadistischen Vettern und pädophilen Onkeln und – in der vielleicht bizarrsten Szene – sein Besuch bei der Acid Queen Tina Turner.

Russell kleidet seine Gesellschafts- und Konsumkritik in teils psychedelische Bilder: etwa wenn die durch Reichtum dekadent gewordene Nora Walker gelangweilt vorm Fernseher sitzt und durch die Kanäle zappt, bis plötzlich die Mattscheibe zerbirst und die beworbenen Produkte (Schokolade und weiße Bohnen) in einer nicht enden wollenden Flut ausspeiht. „Tommy“ war schon damals ein Bruch mit vielen Sehgewohnheiten und wirkt heute noch befremdlicher, wer sich aber auf diese psychedelische Zeitreise in die 70er richtig einlässt, kann nur zu einem Fazit kommen: Dieser Film rockt!

Weitere Infos zum Film:
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Reviewdatum: 21. April 2006

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