The Machinist – Der Maschinist

The Machinist - Der Maschinist

The Machinist – Der Maschinist (OT: El Maquinista); Regie: Brad Anderson; Spanien, 2004.

Darsteller:
Christian Bale (Trevor Reznik), Jennifer Jason Leigh (Stevie), Aitana Sánchez-Gijón (Marie), John Sharian (Ivan), Michael Ironside (Miller), Larry Gilliard Jr. (Jackson), Reg E. Cathey (Jones), Anna Massey (Mrs. Shrike), Matthew Romero Moore (Nicholas), Robert Long (Aufseher Furman), Colin Stinton (Inspector Rogers), Craig Stevenson (Tucker), Ferrán Lahoz (Gonzales), Jeremy Xidu (Evangelisti), Norman Bell (DMV-Angestellter) …

Inhalt:
Trevor Reznik ist ein einfacher Fabrikarbeiter, der schon ein Jahr an akuter Schlaflosigkeit leidet. Der verschlossene Einzelgänger führt ein tristes Leben, das lediglich durch gelegentliche Besuche bei der Prostituierten Stevie sowie durch seine Bekanntschaft mit der Kellnerin Marie, in deren Schnellcafé er Stammgast ist, aufgehellt wird. Seine permanente Übermüdung führt schließlich in der Fabrik zu einem Arbeitsunfall, sein Kollege Miller bleibt in einer Maschine hängen und verliert einen Arm. Gleichzeitig häufen sich unheimliche Visionen und seltsame Begegnungen, die in Trevor den Verdacht aufsteigen lassen, Opfer einer Verschwörung zu sein. Da ist etwa der dubiose Arbeitskollege Ivan, den niemand außer ihm gesehen haben will und der ihn zu verfolgen scheint. Will ihn jemand in den Wahnsinn treiben?

Kritik:
Wer Christian Bale noch als fitnessgestählten Patrick Bateman in „American Psycho“ in Erinnerung hat, wird ihn in diesem Film kaum wiedererkennen. Mehr als 31 Kilo hungerte sich der Ausnahmeschauspieler herunter, und gibt als ausgemergelter Sonderling, bei dem schon die Knochen durchscheinen, eine wahrhaft beeindruckende und fast schon erschreckend intensive Performance, die glücklicherweise nicht zur One-Man-Show verkommt, sondern flankiert wird von den ausgesprochen guten Darbietungen der weiblichen Gegenparts Jennifer Jason Leigh und Aitana Sánchez-Gijón. Der Rest der Schauspieler bleibt etwas blasser in Erinnerung, weiß aber auch zu überzeugen, Michael Ironside etwa spielt seinen Part des Arbeitskollegen sehr überzeugend.

Freiwilliges Hungern ist, sofern es nicht auf fehlgeleitete Schönheitsideale zurückzuführen ist, zumeist eine Form der Selbstbestrafung und Kasteiung, und so ahnt der Zuschauer schon früh, dass Trevor Reznik jemand ist, der Schuld auf sich geladen hat. Forciert wird diese Lesart, die sich am Schluss dann ganz anders, als man gedacht hat, als richtig herausstellen wird, durch die Eingangsszene, in der Reznik eine in einen Teppich gewickelte Leiche beseitigt. Es spricht für die Subtilität des Regisseurs, seinem Protagonisten als Lektüre Dostojewskis „Der Idiot“ an die Hand zu geben und nicht etwa „Schuld und Sühne“. Denn mehr noch als an den dort beschriebenen Rodion Raskolnikow, der aktiv mit seinem Gewissen ringt (und übrigens auch mit einer Prostituierten befreundet ist), erinnert Reznik an den „Idioten“ Myschkin im etymologischen Wortsinne des „Eigentümlichen“, wie dieser präsentiert er sich seiner Umwelt freundlich und zuvorkommend und ist nicht in der Lage, seine eigenen Schatten in seine Persönlichkeit zu integrieren.

Sehr zum Gelingen des Films trägt der kalte, monochrome „Industrial-Look“ bei, den Anderson den Bildern verliehen hat. Bis auf Grau- und Brauntöne sind alle Farben weit zurückgenommen. Rezniks Wohnung ist düster und schmutzig, und seine Arbeitsstätte ist ein beklemmender, lärmender Fabrikmoloch wie aus der Gründerzeit. „The Machinist“ bleibt spannend bis zum Schluss, immer wieder werden dem Zuschauer kleine Häppchen zur Interpretation zugeworfen. Was hat es mit dem geheimnisvollen Wasserturm auf sich, der immer wieder ins Bild gerückt wird? Und was will uns der Wegweiser in der Geisterbahn sagen? Am Ende klärt sich das Puzzle auf, wobei hier ein guter Mittelweg gegangen wird: Die Aufklärung ist überraschend, stellt aber nicht den Film in ein komplett neues Licht, sondern hilft lediglich, die bereits bekannten Teile des Puzzles zu einem sinnvollen Ganzen zu verbinden. Ein beeindruckender Film!

Weitere Infos zum Film:
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Reviewdatum: 2. Januar 2006

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