Plan 9 from Outer Space

Plan 9 from Outer Space

Plan 9 from Outer Space (OT: Plan 9 from Outer Space); Regie: Edward D. Wood Jr.; USA, 1958.

Darsteller:
Gregory Walcott (Jeff Trent), Mona McKinnon (Paula Trent), Duke Moore (Lt. John Harper), Tom Keene (Col. Tom Edwards), Carl Anthony (Streifenpolizist Larry), Paul Marco (Streifenpolizist Kelton), Tor Johnson (Insp. Dan Clay), Dudley Manlove (Eros), Joanna Lee (Tanna), John Breckinridge (der Herrscher), Lyle Talbot (General Roberts), David De Mering (Danny), Norma McCarty (Edith), Bill Ash (Captain), Reverend Lynn Lemon (Minister auf Insp. Clays Beerdigung), Ben Frommer (Trauergast), Gloria Dea (Trauergast), Conrad Brooks (Streifenpolizist Jamie), Vampira (Vampirin), Bela Lugosi (Ghoul Man), Criswell (er selbst / Erzähler) …

Inhalt:
Aus den Tiefen des Weltalls nehmen Außerirdische mit expansiven Absichten Kurs auf Mutter Erde. Um Unruhe unter den Erdenwürmern zu stiften, erwecken die Aliens zunächst allerhand gruselige Kreaturen wie z.B. den Grafen Dracula von den Toten. Ein flugs zu Hilfe eilendes Polizeikommando gerät selbst in Bedrängnis und verliert einen verdienten Detective an die Reihen der Untoten. Nachdem selbst die schwere Artillerie des Militärs an den Schutzschilden der fliegenden Untertassen abprallt, scheint es um die Menschheit geschehen. Dann jedoch entdeckt ein Astronaut im Ruhestand, vor dessen Veranda die Außerirdischen zum ersten Mal auftauchten, die Achillesferse der Invasoren …

Kritik:
Wohl jeder, der sich diesen Film zu Gemüte geführt hat, hat sich davor oder danach auch seine Entstehungsgeschichte im Film „Ed Wood“ von Tim Burton angesehen. Und tatsächlich werden die dort genährten Erwartungen von diesem „schlechtesten Film aller Zeiten“ locker – je nach Haltung – unter- bzw. überboten.

Der Platz würde hier nicht ausreichen, sämtliche Fehler des Films aufzuzählen. Lachhafte Kulissen (für ein Flugzeug-Cockpit mussten etwa zwei Stühle und ein Vorhang reichen), stümperhaft chargierende Schauspieler, die ihre teils grottigen Textzeilen („Inspektor Clay ist getötet worden – und jemand ist dafür verantwortlich“) bierernst vortragen, UFO-„Spezialeffekte“ unterhalb jeglicher Kritikwürdigkeit, eine haarsträubende und wirre Story. Es ist wirklich erstaunlich, was man in nur 78 Minuten alles falsch machen kann.

Andererseits wäre es ungerecht, diesem Film tatsächlich das Prädikat „schlecht“ zu verleihen, denn man amüsiert sich glänzend, und wer vorschnell mit Tiefstnoten um sich wirft, hat noch nie z.B. „Der weiße Hai 4 – die Abrechnung“ gesehen. Denn gerade mit dem nötigen Hintergrundwissen gewappnet, ist es auch über die vordergründige Gaudi hinaus ein Vergnügen, der mehr als kuriosen Truppe, die Ed Wood hier zusammengetrommelt hat, bei der „Arbeit“ zuzusehen: die TV-Ansagerin Vampira, der Wrestler Tor Johnson, Woods Chiropraktiker, der den während der Dreharbeiten verstorbenen Bela Lugosi doubelt (und ihm kein bisschen ähnlich sieht), oder auch der göttliche Criswell. Letztlich schimmert in „Plan 9 from Outer Space“ trotz Dilettantismus stets die große Begeisterung von Ed Wood für sein Sujet durch – und das macht den Film sehr liebenswert.

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Reviewdatum: 22. November 2005

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