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17. Januar 2008, Elchkritik:
Clowns sind böse
Wir wussten es schon immer: Clowns sind böse. Spätestens seit in den 70er und 80er Jahren die "Clownpower" eines Jango Edwards oder das "zärtliche Gefühl" eines Hermann van Veen zur letzten Wunderwaffe des dahinsiechenden Hippietums wurden, avancierte der Clown zum veritablen Feindbild der progressiven Kräfte, damals durch Punk und New Wave vertreten. "Gefährliche Clowns stehen am Straßenrand", warnte die Düsseldorfer Avantgarde-Popband Der Plan, und subversiv wurde das Kleinkunstidyll der Hippiefraktion nicht zuletzt dadurch unterwandert, dass die Clownsfigur sukzessive von den Horrorfilmfans annektiert wurde. Schließlich ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass das klassische Make-up des Clowns sehr gruselige Elemente beinhaltet: sei es die weiße Gesichtsfarbe, die an Leichen oder Zombies gemahnt, oder der blutrote Mund, der etwas Vampirisches hat.
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23. Dezember 2007, Kommunikation:
Strategische Rollenverteilungen
Wohl jeder kennt "Schiffe versenken"
aus seiner Schulzeit, ein Strategiespiel, das vor allem den Vorteil hat, dass zwei Bleistifte und ein wenig kariertes Papier zum Spielen ausreichen. Doch es gab auch immer wieder Luxusvarianten, wobei folgende schöne Version, die mir Udo zugeschickt hat, sozusagen dem Schiff den Boden heraushaut.

Vater und Sohn haben Spaß.
Der Witz dieser undatierten, vom Stil her aber wohl aus den Fünfzigern oder frühen Sechzigern stammenden "Battleship"-Packung von MB offenbart sich erst in den liebevoll ausgeführten Hintergrunddetails der Zeichnung.
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Posted by Julian von Heyl in Kommunikation at 14:20 | Permalink | Kommentare (2)
5. Oktober 2007, Baukunst:
Ungers: Quadrat, Kreis und Dreieck
Das Quadrat gehört neben dem Kreis zu den Grundformen, denen ein hohes Maß an Demokratie innewohnt: In einem quadratischen oder kreisförmigen Saal gibt es kein vorne oder hinten, keine Stirn- oder Längsseite – respektive, es obliegt dann den Innenarchitekten, die Ausrichtung zu definieren. Wie kein anderer stand Oswald Mathias Ungers, der letzten Sonntag im Alter von 81 Jahren gestorben ist, für eine reduktionistische Formensprache, wandte in seinen Bauten konsequent klare geometrische Grundformen an. Damit stand er voll und ganz in der Tradition seines Lehrers und Mentors Egon Eiermann, bei dem er von 1947 bis 1950 an der Technischen Hochschule Karlsruhe studierte: Wohl das bekannteste Bauwerk von Eiermann ist die 1961 eingeweihte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin rund um die historische Turmruine, bei der die Formensprache der einzelnen Bauten – achteckig das Kirchenschiff, sechseckig der Turm, viereckig die Kapelle – in Verbindung mit den über 30.000 kleinen, quadratischen Glasfenstern in ehrfurchtgebietender Weise ins Sakrale transzendiert. Das Verdienst seines Schülers Ungers, der längst auch einfach als Trademark OMU ein Begriff ist, bestand darin, diese Formensprache aus Quadrat, Kreis und Dreieck, die letztlich eine Brücke zu glanzvollen deutschen Architekturzeiten von Werkbund und Bauhaus bildet, in die Jetztzeit weiterzuführen und mit fast starrköpfiger Konsequenz gegen alle Modeströmungen zu verteidigen.
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22. September 2007, Automobil:
Das Dymaxion Car von Richard Buckminster Fuller
Er war Architekt, Ingenieur, Designer, Segler, Kartograph, Mathematiker, Schriftsteller, Poet und Philosoph. Er schrieb eine "Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde" und widmete sein Leben der "Kunst und Wissenschaft einer allgemeinen und weit in die Zukunft greifenden Entwurfsarbeit". Die Rede ist von Richard Buckminster Fuller (1895–1983), einem Universalgenie vom Zuschnitt eines Leonardo da Vinci, dessen Arbeiten und Entwürfe noch heute nachwirken und Architekten wie Designer inspirieren. Wegen "allgemeiner Verantwortungslosigkeit und mangelnden Fleißes" flog er von der Harvard University, schlug sich als Monteur und Transportarbeiter durch und begann 1917 schließlich in der Marine eine Ausbildung zum Offizier, in deren Verlauf er sich mit Zeitbestimmung, Navigation, Ballistik und Logistik auseinandersetzte. Alsbald beschäftigte sich Fuller mit Fertighäusern in Leichtbauweise, die mit ihrem sechseckigen Grundriss von jeder bekannten architektonischen Tradition abwichen und schließlich in sein Konzept "Dymaxion" mündeten, eine Wortverschmelzung aus "Dynamik", "Maximum" und "Ion".
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Posted by Julian von Heyl in Automobil at 13:39 | Permalink | Kommentare (1)
10. September 2007, Baukunst:
Von der Schönheit der Autobahnkreuze
So aus der Luft betrachtet, kommt man nicht umhin, nicht nur die technische Raffinesse, sondern auch die ästhetische Schönheit von dem zu bewundern, was der Ingenieur "planfreien Knotenpunkt" nennt, im Allgemeinen aber als Autobahnkreuz bezeichnet wird. Die Kreuzform ergibt sich aus dem Umstand, dass sich zwei Autobahnen mehr oder minder rechtwinklig begegnen. Wie diese Begegnung technisch genau abgewickelt wird, dafür gab und gibt es recht unterschiedliche Ansätze. Wer aber hat das Autobahnkreuz erfunden? Lange Zeit wurde diese verkehrstechnische Pioniertat dem Schweizer Schlosserlehrling Willy Sarbach zugeschrieben.
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Posted by Julian von Heyl in Baukunst at 23:35 | Permalink | Kommentare (3)
4. September 2007, Internes:
Marions Kochbuch: erfolgreich mit Brötchen und Toast
Unlängst war in der c't ein interessanter Artikel von Holger Bleich mit dem Titel "Abgekocht"
zu lesen. Es ging um die Website "Marions Kochbuch" und im Speziellen um den Website-Betreiber Folkert Knieper, der, so die c't, "mit Lebensmittelfotos Kasse macht". Die von ihm aufgenommenen Fotos, die die Rezepte illustrieren, sind dabei oft von profanster Art und – ein Schelm, wer Arges dabei denkt – in der Google-Bildersuche äußerst leicht aufzufinden. Ob man nun "Frikadelle", "Nudelsalat", "Brötchen" oder "Toast" eingibt, immer ist unter den ersten Treffern ein Foto aus "Marions Kochbuch". So nimmt es nicht wunder, dass viele, die eben mal schnell eine entsprechende Abbildung brauchen, sich dort bedienen.
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Posted by Julian von Heyl in Internes at 14:16 | Permalink | Kommentare (9)
3. September 2007, Buchkritik:
Stephen King: Love
Ich hatte mich im Dunkeln verirrt, und du hast mich gefunden. Mir war heiß – so heiß! –, und du hast mir Eis gegeben.
Stephen King hat "Lisey's Story", wie "Love" im Original heißt, seiner Frau Tabitha gewidmet. Nicht nur das, sondern auch die Rahmenhandlung erweckt auf den ersten Blick den Eindruck, es handele sich bei "Stephen Kings vielleicht dichtestem und persönlichstem Roman" (Klappentext, aber gibt es einen Roman von ihm, wo das nicht im Klappentext steht?) um eine mehr oder minder verkappte Autobiographie, um die belletristische Aufbereitung dessen, was King in "Das Leben und das Schreiben" eher trocken rapportierte. Es geht um einen Schriftsteller (allerdings: In fast jedem King-Roman geht es um einen Schriftsteller), beziehungsweise um dessen Frau, beziehungsweise um dessen Witwe. Denn der Schriftsteller, Scott Landon, das erfahren wir direkt zu Anfang, ist tot, dahingerafft von einer Krankheit, die er sich, das erfahren wir sehr spät, wohl geholt hat in einer Welt, die nicht die unsrige ist.
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Posted by Julian von Heyl in Buchkritik at 17:17 | Permalink | Kommentare (3) | Verweise (1)
26. August 2007, Medienwelt:
Anke Engelke und Christoph Maria Herbst werben für BILDblog
Das BILDblog
habe ich hier und da schon lobend erwähnt, und mittlerweile ist das Weblog, das sich ganz darauf spezialisiert hat, "die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme" in der Bild tagtäglich anzuprangern, mit täglich rund 40.000 Besuchern zur nicht wegzudenkenden Institution in der Bloggerszene geworden. Nun macht das BILDblog Werbung, um einen noch größeren Bekanntheitsgrad zu gewinnen, und konnte hierfür nicht nur die renommierte Produktionsfirma Brainpool gewinnen, sondern auch Anke "Ladykracher" Engelke und Christoph "Stromberg" Maria Herbst sowie als Regisseur Tobi "Der Wixxer" Baumann - alle Beteiligten verzichteten auf ihre Gage.
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25. August 2007, Internes:
Neu im Echolog: Surftipps und Filmtipps
Bereits seit 1998 erscheinen meine Surftipps im RAUM.net, jetzt ist die Zeit für einen Tapetenwechsel gekommen: Ab sofort findet sich zweimal in der Woche ein frischer Surftipp im Echolog und die Site RAUM.net wird bis zum Ende des Monats eingestellt. Die Überlegung dahinter ist, unter dem Namen Echolog nicht nur wie gehabt mein Weblog zu führen, sondern alle von mir geschriebenen Texte hier zu versammeln.
Ebenfalls ins Echolog integriert werden die Filmtipps, die ergänzend zu den längeren Besprechungen in der Echolog-Rubrik Filmtagebuch mit Inhaltsangabe und Kurzkritik einen schnellen Überblick über den Film geben sollen. Beides, Surftipps und Filmtipps, erscheinen als Unterseiten vom Echolog, sind also nicht im Weblog integriert. Über die neue linke Spalte kann man aber stets zum neuesten Surftipp oder Filmtipp wechseln, außerdem ist zwecks leichterer Navigation eine Menüleiste im oberen Bereich hinzugekommen. Viel Spaß beim Stöbern!
Nachtrag:
Unterdessen ist übrigens auch eine Benachrichtigungsfunktion hinzugekommen. Wer also eine E-Mail erhalten will, wenn ich einen neuen Surftipp oder einen neuen Filmtipp schreibe, kann sich hier eintragen.
Posted by Julian von Heyl in Internes at 02:26 | Permalink | Kommentare (0)
16. Juli 2007, Internes:
Neue Wortliste auf korrekturen.de
Auf korrekturen.de habe ich die alte, noch aus den ersten Tagen der Rechtschreibreform stammende Wortliste endlich entsorgt und ein völlig neues Verzeichnis mit Neuschreibungen aufgebaut, alphabetisch sortiert und mit modernsten Algorithmen der Suchtechnik ausgestattet (OR-Verknüpfung ist möglich ;-)).

"kennen lernen" oder "kennenlernen"?
Eine Wortliste in dieser Form gibt es im Internet bislang noch nicht; die dreifache Sortierung nach Schreibungen bis 1996, 1996 bis 2004/2006 und seit 2006 bringt viele erhellende Einblicke nicht nur dahingehend, was heute anders ist, sondern auch, was heute wieder wie früher ist oder wo es erneute Änderungen gab.
Einige Merkmale:
- Spezialisierung auf bekannte Zweifelsfälle (Zusammen-/Getrennt-/Klein-/Großschreibung
- Beispiele aus der Praxis
- wird laufend aktualisiert/erweitert
- A-Z-Register und Volltextsuche
- Eindeutige Empfehlungen bei Varianten
korrekturen.de — Wortliste zur neuen Rechtschreibung![]()
Posted by Julian von Heyl in Internes at 00:36 | Permalink | Kommentare (0)
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