The Sixth Sense

The Sixth Sense

The Sixth Sense; Regie: M. Night Shyamalan; USA, 1999.

Darsteller:
Bruce Willis (Dr. Malcolm Crowe), Haley Joel Osment (Cole Sear), Toni Collette (Lynn Sear), Olivia Williams (Anna Crowe), Donnie Wahlberg (Vincent Grey), Peter Anthony Tambakis (Darren), Jeffrey Zubernis (Bobby), Bruce Norris (Stanley Cunningham), Glenn Fitzgerald (Sean), Greg Wood (Mr. Collins), Mischa Barton (Kyra Collins), Trevor Morgan (Tommy Tammisimo), Angelica Torn (Mrs. Collins), Lisa Summerour (Brautjungfer) …

Inhalt:
Der 8-jährige Cole Sear (Haley Joel Osment) trägt ein düsteres Geheimnis mit sich herum: Er sieht tote Menschen. Zu jeder Tageszeit, an jedem Ort wird er von Wesen aus dem Jenseits aufgesucht. Verstorbene, die den Jungen mit ihren vergangenen Leben, Schicksale, die sie nicht ruhen lassen, quälen. Cole ist zu verängstigt, um irgendjemandem von den furchterregenden Begegnungen zu erzählen. Bis er Vertrauen zu dem Kinderpsychologen Dr. Malcolm Crowe (Bruce Willis) fasst. Crowe versucht den übernatürlichen Fähigkeiten seines kleinen Patienten auf den Grund zu gehen. Schritt für Schritt nähert er sich der Realität hinter den gespenstischen Visionen – und muss feststellen, dass die Wirklichkeit schockierender ist als es ein Alptraum je sein kann …

Kritik:
Nahezu Filmgeschichte geschrieben hat „The Sixth Sense“ durch seinen berühmten Plottwist am Ende, der die ganze Filmhandlung nochmals in einem anderen Licht erscheinen lässt und nicht wenige dazu gebracht hat, sich den Film gleich ein zweites Mal anzusehen. Ein wenig aus dem Licht der Betrachtung fällt dabei, dass im Gegensatz zu vielen nur auf eine solche Megapointe hingearbeiteten Werken das Ende eher Sahnehäubchen als Raison d’être ist und der Thriller von Manoj Night Shyamalan auch ohne dieses bestens funktioniert.

Das Ende einmal ausgeklammert (denn auch hier soll es natürlich nicht verraten werden), erzählt „The Sixth Sense“ die Geschichte eines Kinderpsychologen, der von einem enttäuschten Patienten angeschossen wird. Schwerer als die äußere Verletzung wiegt das Gefühl versagt zu werden, und umso mehr kümmert sich Dr. Malcolm Crowe um den kleinen Cole, einen verängstigten und depressiven kleinen Jungen, der offenbar eine übersinnliche Gabe hat: Ihm erscheinen Verstorbene. Gleichzeitig entfremdet sich Crowe immer mehr von seiner Umwelt und von seiner Frau. Es ist offensichtlich, dass die Therapie des Jungen für ihn gleichzeitig ein Weg ist, mit sich selbst ins Reine zu kommen, die Scherben dessen zu kitten, was zu Bruch gegangen war an dem Tag, als sein Patient sich gegen ihn kehrte.

Es ist eine überzeugende Mischung aus Psychodrama und subtilem Gruselhorror, die nicht nur sehr sorgfältig inszeniert und in klaren, traurigen Bildern meisterhaft umgesetzt ist, sondern vor allem vom großartigen Spiel der beiden Hauptdarsteller lebt. Bruce Willis gibt eine beeindruckend einfühlsame Vorstellung des gebrochenen Psychologen, und Haley Joel Osment (der übrigens 5 Jahre zuvor in „Forrest Gump“ den Titelhelden als Kind gespielt hatte und zum Zeitpunkt der Entstehung von „The Sixth Sense“ 10 Jahre alt war) ist als von unheimlichen Erscheinungen heimgesuchter Junge, der unter seinen parapsychologischen Fähigkeiten fast zerbricht, einfach großartig. Es gibt ein paar kleine, fiese Thrills, doch vornehmlich lebt „The Sixth Sense“ von der durchweg unheimlichen und unheilvollen Atmosphäre, die das Wirken der Protagonisten überschattet. Und wenn man dann das Ende gesehen hat – will man den Film tatsächlich gleich noch einmal ansehen.

Weitere Infos zum Film:
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»The Sixth Sense« on IMDb

Reviewdatum: 1. Dezember 2005

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