Taken – Entführt (TV-Serie)

Taken - Entführt

Taken – Entführt (OT: Taken); Regie: Breck Eisner, Tobe Hooper u.a.; USA, 2002.

Darsteller:
Dakota Fanning (Allison Clarke), Matt Frewer (Dr. Chet Wakeman), Heather Donahue (Mary Crawford), Emily Bergl (Lisa Clarke), Adam Kaufman (Charlie Keys), Eric Close (John), Joel Gretsch (Owen Crawford), Ryan Hurst (Tom Clarke), Steve Burton (Captain Russell Keys), John Hawkes (Marty Erickson), Desmond Harrington (Jesse Keys), Andy Powers (Eric Crawford), James McDaniel (General Beers), Camille Sullivan (Nina Toth), Roger R. Cross (Captain Walker), Linda Ko (Cynthia), Julie Benz (Kate Keys) …

Inhalt:
Episode 1: Hinter dem Himmel (Beyond the Sky)
1944, Zweiter Weltkrieg. Die Maschine des amerikanischen Kampfpiloten Russell Keys (Steve Burton) gerät unter Beschuss und stürzt ab. Kurz vor dem Aufprall umzingeln plötzlich bläuliche Lichter den Flieger, und Russel und sein Geschwader finden sich unversehrt auf sicherem Boden wieder. Erst Jahre später wird Russell klar, was wirklich passiert ist. Als 1947 ein UFO in der Nähe von Roswell gefunden wird, inspiziert der US-Militär-Mann Owen Crawford als erster das mysteriöse Wrack. Von nun an zählt nichts anderes mehr in seinem Leben als das Alien-Projekt. Owen setzt alles daran, den Außerirdischen auf die Schliche zu kommen, und geht dafür sogar über Leichen. Kurz nach dem Roswell-Vorfall verliebt sich die Kellnerin Sally Clarke in einen ungewöhnlichen Fremden. Sally ahnt, dass ihr Geliebter nicht von dieser Welt ist. Bald bringt sie einen Jungen zur Welt, der außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt.

Episode 2: Jacob und Jesse (Jacob and Jesse)
1958. Der 13-jährige Jesse Keys wird wie sein Vater von den Außerirdischen entführt. Russell Keys versucht mit allen Mitteln, seinen Sohn vor dem grausamen Schicksal zu bewahren, das ihn seit den Geschehnissen von 1944 immer wieder heimsucht. Um herauszufinden, was genau die Aliens mit ihm machen, verlässt Keys seine Familie. Owen Crawford versucht weiterhin, das Geheimnis des Roswell-Absturzes zu lüften. Bei seinen skrupellosen Recherchen stößt er auf Sallys Sohn Jacob …

Episode 3: Große Hoffnungen (High Hopes)
1962. Captain Owen Crawford will verhindern, dass ihm die Regierung den Etat für sein geheimes UFO-Projekt streicht. Auf der Suche nach weiteren Spuren der Aliens trifft er auf den mehrmals entführten Russell Keys und seinen Sohn Jesse. Die beiden bieten freiwillig an, sich untersuchen zu lassen. Sie wollen endlich Klarheit über das, was mit ihren Körpern geschieht. Bei einem medizinischen Check entdecken Ärzte in Russels Kopf ein winziges Geschwür …

Episode 4: Härtetests (Acid Test)
1970. Owen Crawfords Söhne Eric und Sam treten in die wenig rühmlichen Fußstapfen ihres Vaters – und kommen sich dabei gegenseitig in die Quere. Als Sam nach Alaska reist, um der Alien-Frage auf den Grund zu gehen, macht er eine gefährliche Entdeckung. Doch dann tritt sein skrupelloser Bruder Eric auf den Plan … Jesse Keys ist verwirrt und drogenabhängig aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt. Die schrecklichen Erinnerungen an die Entführungen durch die Aliens haben ihn depressiv gemacht. Hilfe findet er bei der Krankenschwester Amelia …

Episode 5: Die Versuchung (Maintenance)
1980. Nach 20 Jahren kehrt Jacob Clarke nach Hause zurück, um sich von seiner sterbenden Mutter zu verabschieden. Erst jetzt weiht er seinen Bruder Tom in sein Geheimnis ein. Eric Crawford führt unterdessen die geheimen Untersuchungen seines Vaters weiter – zusammen mit Dr. Chet Wakeman verfolgt er Jacob Clarke und Jesse Keys, der mysteriöse »Schutzengel« zu haben scheint. Um weitere Informationen über die Außerirdischen zu erhalten, macht sich Eric Crawford an Jacobs Schwester Becky ran. Ihr Bruder Tom kann nicht verhindern, dass Becky Eric ein Geheimnis anvertraut: Jacob lebt!

Episode 6: Charlie und Lisa (Charlie and Lisa)
1983. Nach dem Tod von Jesse und Jacob lastet auch auf ihren Kindern der Schatten der Vergangenheit: Charlie Keys (Adam Kaufman) wird wie sein Vater von den Aliens als Forschungsobjekt missbraucht, und die schwangere Lisa Clarke (Emily Bergl) von der Regierung gejagt. Dr. Chet Wakeman zeigt nicht nur Interesse an den Außerirdischen, sondern auch an Eric Crawfords Tochter Mary (Heather Donahue). Er nimmt das UFO-Projekt ihres Vaters wieder auf …

Episode 7: Gottes Gleichung (God’s Equation)
Gegenwart. Charlie stellt fest: Er ist der Vater von Allie, Lisas außergewöhnlicher Tochter. Dr. Wakeman und seine skrupellose junge Geliebte Mary Crawford planen, das Kind für ihre Forschungsprojekte zu entführen. Allie kann zu ihren Eltern fliehen, doch auch sie sind in Gefahr: Charlie wurde angeschossen. Um ihren Vater zu retten, setzt Allie ihre ungewöhnlichen Kräfte ein …

Episode 8: Der Absturz (Dropping the Dishes)
Gegenwart. General Beers, eingesetzt von der Bush-Regierung, entführt Allie, nachdem er den Kontakt zu Dr. Wakeman und Mary Crawford abgebrochen hat. Er will das Mädchen als Köder benutzen, um die Aliens in eine Falle zu locken. Charles und Lisa machen sich verzweifelt auf die Suche nach ihrer Tochter. Dank Lisas mentaler Verbindung zu Allie finden sie den Aufenthaltsort des Kindes heraus. Dabei geraten sie in einen Hinterhalt der Außerirdischen …

Episode 9: John (John)
Gegenwart. Obwohl die Armee ein Raumschiff abschießt, ist dieses plötzlich wieder flugbereit. Allie scheint bei diesem unerklärbaren Ereignis ihre Finger im Spiel gehabt zu haben, weil sie so mit ihren Eltern entkommen kann. Verfolgt von Mary Crawford und Dr. Wakeman, hilft ihnen Lisas Großvater, der Außerirdische John …

Episode 10: Der Abschied (Taken)
Gegenwart. Die Farm der Clarkes in Texas wird von den Aliens heimgesucht, und alle Geheimnisse der Vergangenheit klären sich auf. Allie muss die Entscheidung ihres Lebens treffen: Nur sie kann die Welt retten!

Kritik:
Die Handlung von „Taken“ setzt nicht nur in den 50er Jahren ein, sondern auch die Vorstellungen, wie die Außerirdischen aussehen und was sie tun, sind sehr fifties. Zwar wird nicht gleich die ganze Erde vernichtet wie in „Krieg der Welten“, dem jüngsten Spielberg-Kinostreich (nach Orson Welles‘ berühmten Hörspiel), doch Außerirdische entführen und quälen die Menschen, sie schwängern Frauen, sie lesen unsere Gedanken und manipulieren unser Denken. E.T. ist hier sehr weit weg.

Angst macht nicht die Bösartigkeit der Außerirdischen, sondern ihre Andersartigkeit – schließlich kennen sie keine menschlichen Normen wie gut oder böse. Die Alpträume des Piloten Russell Keys erschrecken nicht durch die Bilder, wie er und seine Crew von Außerirdischen entführt und gefoltert wurden, sondern durch das, was nicht gezeigt wird: das Fremde, das Andersartige, das Gefühl des Ausgeliefertseins. Und die wahren Monster begegnen uns, wie so oft in diesem Genre, ohnehin in Menschengestalt: etwa in der Person des Owen Crawford, der die Roswell-Ereignisse für seine Karriere instrumentalisiert und schon bald mehr Menschen auf dem Gewissen hat als die Außerirdischen.

Das Konzept von „Taken“ ist einzigartig: In der Darstellung der Außerirdischen wird bewusst auf bekannte Klischees zurückgegriffen: kreisrunde Untertassen, extraterristische Wesen mit großen Köpfen und riesigen Augen, die über gestaltwandlerische und gedankenmanipulative Kräfte verfügen. All dies gepackt in zehn Spielfilme, die lose aufeinander aufbauen, jedoch auch eigenständig funktionieren. Atmosphärisch können hierbei vor allem die ersten Beiträge punkten, die noch in den 50er bis 70er Jahren spielen, in der Neuzeit verblasst die Optik ein wenig, gleichzeitig gerät das Ganze mit der Fixierung auf die kleine Allie nahe an den Kitsch und ähnelt mehr einem mit Science-Fiction-Ingredienzien gewürzten Familienepos.


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