Hellraiser: Deader

Hellraiser: Deader

Hellraiser: Deader (OT: Hellraiser: Deader); Regie: Rick Bota; USA, 2005.

Darsteller:
Kari Wuhrer (Amy Klein), Paul Rhys (Winter), Simon Kunz (Charles Richmond), Marc Warren (Joey), Georgina Rylance (Marla), Doug Bradley (Pinhead), Ionut Chermenski (Anführer der Gruppe), Hugh Jorgin (der arrogante Reporter), Linda Marlowe (Betty), Madalina Constantin (Anna), Ioana Abur (Katia), Constantin Barbulescu (Gastwirt), Daniel Chirea (Amys Vater), Maria Pintea (die kleine Amy) …

Inhalt:
Die Reporterin Amy Klein (Kari Wuhrer) ist knallhart und riskiert für eine gefährliche und verkommene Story sogar ihr Leben. Sie wird nach Bukarest geschickt, wo sie einem geheimen Totenkult auf die Spur kommen soll. Dort wartet das ultimative Übel auf sie. Als Amy in den düsteren Untergrund abtaucht, trifft sie auf die Sekte, die Tote zum Leben erweckt. Der Anführer der Deaders will die Macht mit Hilfe des Höllenwürfels an sich reißen. Als jedoch der Meister des Würfels, der gefürchtete Pinhead (Doug Bradley), davon Wind bekommt, schwört er blutige Rache. Amy ignoriert alle Warnungen und öffnet den Würfel. Dort erwartet sie bluttriefender Horror und ihr ganz persönlicher Albtraum, den sie nie vergessen wird …

Kritik:
Im siebten Teil der Hellraiser-Saga sitzt ein weiteres Mal Rick Bota auf dem Regie-Stuhl und führt den Kurs fort, den die lose Folge seit „Inferno“ eingeschlagen hat: Weg vom Splatter-Horror, hin zum Mystery-Thriller mit Mindfuck-Charakter. Ab dem Moment, in dem die taffe Reporterin Amy Klein (Kahri Wuhrer macht ihre Sache durchaus gut) den Würfel geöffnet hat, bewegt sie sich in einem Zwischenreich, das Realität und Visionen, Träume und Wachsein munter miteinander vermengt. Das wird mitunter wohlfeil instrumentalisiert für den einen oder anderen Schockeffekt, teilweise sogar zum Ärger der Zuschauer, etwa wenn Amy aus eigentlich zwingend ausweglosen Situationen mit einem Aufwachschrei zurück in ihr Hotelzimmer katapultiert wird: hähä, war doch nur ein Albtraum! Nein, so geht es nicht, so etwas ist nur in der Elm Street erlaubt.

Es gibt aber auch überaus starke und überzeugende Szenen, eine der besten ist der Leichenfund im Appartement in Bukarest gleich zu Anfang des Filmes, der so beklemmend und intensiv inszeniert ist, dass man förmlich den Verwesungsgeruch wahrnimmt und den Ekel von Amy fast phyisch miterlebt. Auch der Zwischenreich-U-Bahn-Wagen, der sich von einer Underground-Club-Lasterhöhle in ein grauenerregendes Leichenschauhaus verwandelt, verfehlt seine Wirkung nicht und bringt Abwechslung in die surreale Hellraiser-Welt. Weitere Höhepunkte sind die alptraumhaften Szenen, in denen Amy mit einem Messer in ihrem Rücken kämpft und das Hotelbadezimmer in Blut tränkt, sowie die beklemmenden Visionen in der Psychiatrie. Insgesamt weiß der Film vielerorts mit düsterer, fast depressiver Stimmung zu punkten, mit fahlen, kalt-blauen Bildern schäbiger und verkommener Mietshäuser in der postsozialistischen Tristesse von Bukarest.

Womit das Gute, was man über diesen Film sagen kann, schon fast erschöpft ist. Die Story etwa ist hanebüchen und zerfällt in mehrere Teile: In Rückblenden erfährt man mehr über Amy Klein: Als Kind wurde sie von ihrem Vater missbraucht, bis sie diesen schließlich mit einem Messer erstach. Dann ist da die mysteriöse Gruppe der Deader, deren Anführer ein Nachkomme des aus Hellraiser IV bekannten Uhrmachermeisters ist und die Gabe hat, seine Gruppenmitglieder, die rituellen Selbstmord begehen, anschließend ins Leben zurückzurufen. Er will Amy um jeden Preis in seinen Kreis aufnehmen.

Und schließlich haben wir natürlich noch Pinhead mit seinen Xenobiten, der es sowohl auf die Deader als auch auf Amy abgesehen hat. All das will einfach nicht so recht zusammenpassen, was einen nicht wundert, wenn man weiß, dass „Deader“ eigentlich als eigenständiges Skript gedacht war und für die Hellraiser-Reihe „passend“ umgeschrieben wurde. Was bleibt, ist ein Film, der durchaus spannend und gut inszeniert ist, durch seine inhaltlichen Schwächen und seine mangelnde Durchdachtheit aber einen doch eher mauen Nachgeschmack hinterlässt. Das schönste kettenschleudernde Finale nützt eben nichts, wenn es nicht als Schlusspunkt einer inneren Logik steht.


Weitere Infos zum Film:
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Reviewdatum: 26. Januar 2006

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